- Dieses Werk ist kein dekoratives Relief. Es ist eine zeitgenössische sakrale Komposition, eingeschnitzt in ein einziges, lebendiges Stück über 80 Jahre gewachsenes Nussbaumholz. Als Unikat geschaffen und niemals reproduziert, verkörpert das Werk eine bewusst aufgebaute symbolische Hierarchie, verwurzelt in der altägyptischen Theologie.
- Jedes Element folgt einer präzisen geistigen Ordnung – von der geflügelten Sonnenscheibe bis zu den göttlichen Triaden von Leben, Stabilität und Macht – und formt eine tempelartige Struktur im Inneren der Materie selbst. Der massive Nussbaum, über acht Jahrzehnte gewachsen und aus einem ununterbrochenen Block geformt, trägt eine Tiefe, Dichte und Präsenz, die nicht wiederholbar ist.
- Dieses Kunstwerk trägt heilige Kraft – eine göttliche Macht, eingebettet in die Symbolik und im Holz selbst verankert. Es ist nicht nur eine visuelle Komposition, sondern eine spirituelle Struktur, erfüllt von archetypischer Energie und kosmischer Autorität. Jedes Zeichen steht für Ordnung, Transformation und Schutz.
- Mit den Maßen 48 × 75 cm strahlt das Werk Autorität und eine stille, konzentrierte Stärke aus. Es ist kein Objekt der Dekoration, sondern eine Präsenz, die spürbar wird. Dieses Werk zu besitzen bedeutet, sein Wesen zu verstehen – es ist nichts, das man einfach hat, sondern eine Kraft, die man erkennt.
- Material: Nussbaumholz
- Masse: 48 × 75 cm
- Jahr: 2025
- Handgefertigt: in der Schweiz
- Finish: Handgearbeitet
Die geflügelte Sonnenscheibe – Schutzsymbol und solares Urprinzip
Den oberen Abschluss des Reliefs bildet die geflügelte Sonnenscheibe – ein zentrales Symbol der altägyptischen Religion. Historisch wird dieses Motiv besonders mit Horus von Edfu (Hor-Behudet) in Verbindung gebracht, der in mythologischen Überlieferungen als große geflügelte Sonnenscheibe zum Himmel aufstieg. Gleichzeitig wird die Sonnenscheibe häufig mit Ra, dem Sonnengott und Schöpfergott, identifiziert. Diese Mehrdeutigkeit verweist auf den Synkretismus der ägyptischen Religion, in der Gottheiten miteinander verschmolzen und verschiedene Erscheinungsformen annahmen.
Die ausgebreiteten Flügel symbolisieren Schutz, göttliche Macht und himmlische Präsenz. Sie stehen für die schützende Kraft des Kosmos über der Welt der Menschen.
Horus – Himmelsgott und Verkörperung königlicher Macht
Unterhalb der Sonnenscheibe erscheint Horus in der Gestalt des Falken. Horus zählt zu den bedeutendsten Göttern des Alten Ägypten und repräsentiert Himmel, Licht und legitime Herrschaft. Der Falke als Symboltier verkörpert Weitsicht, Überlegenheit und Schutz. In der altägyptischen Königsideologie galt der Pharao als lebendiger Horus auf Erden, wodurch Religion und Staatsmacht untrennbar miteinander verbunden waren.
Die Darstellung des Falken im Relief unterstreicht somit nicht nur mythologische, sondern auch politische Dimensionen der ägyptischen Symbolik.
Udjat-Augen und Ankh – Kosmisches Gleichgewicht und ewiges Leben
Die beiden Udjat-Augen, auch bekannt als Augen des Horus, stehen für Ganzheit, Heilung und spirituelle Integrität. Mythologisch repräsentieren sie Sonne und Mond – die beiden großen Lichter des Himmels. Sie symbolisieren das wiederhergestellte Gleichgewicht nach Zerstörung und Chaos und gelten als kraftvolle Schutzzeichen.
Zwischen den Augen befindet sich das Ankh-Zeichen, eines der bekanntesten Symbole der ägyptischen Kultur. Das Ankh steht für Leben, Lebenskraft und Unsterblichkeit. Es verkörpert den göttlichen Atem und das Versprechen ewiger Existenz im Jenseits. In vielen Darstellungen wird das Ankh von Göttern den Menschen überreicht – als Zeichen göttlicher Lebensspende.
Isis, Ma’at und Anubis – Göttliche Prinzipien zwischen Leben und Jenseits
Im unteren Hauptregister erscheinen drei bedeutende Gottheiten, die fundamentale Prinzipien der ägyptischen Religion verkörpern.
Isis, links dargestellt, ist Göttin der Magie, Mutterschaft und Heilung. Sie gilt als Beschützerin und als mächtige Zauberin, die sogar den Sonnengott überlisten konnte. In astronomischer Deutung wird sie mit dem Stern Sirius verbunden, dessen heliakischer Aufgang die Nilflut ankündigte – ein Zeichen von Erneuerung und Fruchtbarkeit.
Ma’at, in der Mitte sitzend, symbolisiert Wahrheit, Gerechtigkeit und kosmische Ordnung. Ihr Prinzip durchdringt das gesamte altägyptische Weltverständnis. Ma’at ist nicht nur eine Göttin, sondern das universelle Gesetz selbst. Im Totengericht wird das Herz des Verstorbenen gegen ihre Feder gewogen – ein Bild für moralische Integrität und ethisches Handeln.
Anubis, rechts mit Schakalkopf dargestellt, ist der Wächter der Nekropolen und Begleiter der Verstorbenen. Er überwacht das Wiegen des Herzens und schützt die Seele auf ihrem Übergang ins Jenseits. Anubis steht für Transformation, Schutz und die Schwelle zwischen Leben und Tod.
Untere Symbolkompositionen – Leben, Stabilität und göttliche Macht
Der untere Bereich des Reliefs zeigt drei symbolische Kombinationen, die zentrale Segensformeln der ägyptischen Religion darstellen.
- Ankh + zwei Was-Zepter vereinen Leben und Macht. Das Was-Zepter steht für Herrschaft, Autorität und göttliche Durchsetzungskraft. Gemeinsam bedeuten sie: Leben unter göttlichem Schutz und legitimer Macht.
Benben-Form (Pyramidenform) + Ankh symbolisieren Schöpfung und Wiedergeburt. Der Benben-Stein gilt als Urhügel der Schöpfung im Sonnenkult von Heliopolis. In Verbindung mit dem Ankh entsteht die Aussage des ewigen Lebens durch kosmische Erneuerung.
Ankh + Djed + Was bilden die klassische Dreierformel: Leben, Stabilität und Macht. Der Djed-Pfeiler steht für Beständigkeit und Dauerhaftigkeit, oft in Verbindung mit Osiris. Diese Kombination ist eine vollständige Schutz- und Segensformel, die göttliche Harmonie garantiert.








